Emotionale Intelligenz im Bewerbungsgespräch: Warum Ehrlichkeit manchmal der größte Karriere-Booster ist
- Milos Rakic
- 5. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Ich begleite aktuell Menschen, die teilweise über viele Monate oder Jahre ohne Beschäftigung waren.
Und dabei fällt mir immer wieder etwas auf:
Viele Bewerber:innen scheitern nicht an ihrem Lebenslauf.
Sie scheitern an der Einschätzung ihrer eigenen Situation.
Das klingt zunächst hart.
Ist aber oft der Beginn einer positiven Veränderung.
Emotionale Intelligenz beginnt bei der Selbstwahrnehmung
Wenn wir über Emotionale Intelligenz sprechen, denken viele Menschen an Empathie.
An Menschenkenntnis.
An Kommunikation.
Doch der erste Baustein emotionaler Intelligenz ist etwas anderes:
Selbstwahrnehmung und Reflexion
Die Fähigkeit, die eigene Situation realistisch einzuschätzen.
Nicht schlechter.
Aber auch nicht besser.
Wunschdenken versus Realität
In meinen Trainings stelle ich immer wieder fest, dass manche Teilnehmer:innen berufliche Ziele verfolgen, die aktuell nur schwer erreichbar sind.
Beispielsweise:
Keine abgeschlossene Berufsausbildung
Kaum aktuelle Berufserfahrung
Sprachliche Herausforderungen
Mehrjährige Beschäftigungslücken
Und gleichzeitig besteht die Erwartung, unmittelbar eine Position mit hohem Einkommen und großer Verantwortung zu erhalten.
Versteht mich nicht falsch.
Große Ziele sind wichtig.
Doch zwischen Ziel und Realität liegt oft ein Weg.
Und genau diesen Weg muss man erkennen.
Die Emotion hinter der Forderung
Interessanterweise geht es dabei selten um Geld.
Die Emotion oder ein Wert, der dahinter ist:
Anerkennung.
Sicherheit.
Status.
Selbstwert.
Menschen sagen:
"Ich möchte 5.000 Euro netto verdienen."
Doch was sie oft meinen ist:
"Ich möchte endlich gesehen werden."
Oder:
"Ich möchte mir beweisen, dass ich etwas wert bin."
Genau deshalb lohnt es sich, nicht nur auf die Worte zu hören.
Sondern auf die Emotion dahinter.
Was Mimik verrät
Im Unterricht beschäftigen wir uns unter anderem mit emotionaler Intelligenz, Mimik und nonverbaler Kommunikation.
Dabei analysieren wir nicht, ob jemand lügt.
Wir analysieren vielmehr:
Welche Emotion ist sichtbar?
Welche Bedürfnisse stehen dahinter?
Welche Gedanken könnten gerade aktiv sein?
Passt die Mimik zum Gesagten?
Denn manchmal sagt ein Gesicht mehr als ein Lebenslauf.
Und manchmal zeigt eine kurze mimische Reaktion genau jenen inneren Konflikt, der Menschen daran hindert, den nächsten Schritt zu gehen.
Die unbequeme Wahrheit
Menschen entwickeln sich selten durch Lob.
Sie entwickeln sich durch Erkenntnis.
Manchmal besteht meine Aufgabe deshalb darin, ehrliches Feedback zu geben.
Nicht um jemanden kleinzumachen.
Sondern um Orientierung zu schaffen.
Wenn jemand aktuell noch nicht für eine bestimmte Position geeignet ist, dann bedeutet das nicht:
"Du kannst das nicht."
Sondern:
"Du bist noch nicht dort."
Das ist ein Unterschied.
Mein Ziel als Trainer
Ich sehe meine Aufgabe nicht darin, Menschen zu erzählen, was sie hören möchten.
Ich sehe meine Aufgabe darin, gemeinsam herauszuarbeiten:
Wo stehst du gerade?
Wo möchtest du hin?
Welche Fähigkeiten bringst du bereits mit?
Welche Schritte fehlen noch?
Denn Klarheit schlägt Wunschdenken.
Immer.
Fazit
Emotionale Intelligenz bedeutet nicht, jede Emotion zu verstehen.
Emotionale Intelligenz bedeutet, die Realität wahrnehmen zu können, ohne sich von ihr entmutigen zu lassen.
Wer seine Ausgangssituation ehrlich betrachtet, schafft die Grundlage für echte Entwicklung.
Und genau dort beginnt Veränderung.
Nicht bei der perfekten Bewerbung.
Nicht beim perfekten Lebenslauf.
Sondern bei der Fähigkeit, sich selbst ehrlich zu begegnen.
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Der Profiler und Space Coach® deines Vertrauens,
Milos Rakic
Profiler - Verhaltensanalyst | Supervisor | Psychologischer Berater | Coach | Trainer für Emotionale Intelligenz Hier sehen Sie den Profiler Milos Rakic zu Gast bei "Ich bin Unternehmerin" Freistadt und Linz-Umgebung. Ein Interessanter Einblick in die Emotionszustände und mit einem Live-Lügenexperiment. Hier 4 Artikel die das Event beschreiben: https://www.muehlviertel.tv/beitraege/ruck-zuck-durchschaut-frau-in-der-wirtschaft-freistadt/ https://www.tips.at/nachrichten/freistadt/wirtschaft-politik/706345-luegenexperiment-fuer-frau-in-der-wirtschaft-mitglieder https://weltstimme.com/wirtschaft/veranstaltung-in-hirschbach-unternehmerinnen-lernen-von-kraeuterwirtin-carolin-schimpl-und-verhaltensanalyst-milos-rakic/ https://www.meinbezirk.at/freistadt/c-wirtschaft/beim-kraeuterwirt-in-hirschbach-ging-es-ans-eingemachte_a7850948

Fotocredit: Katharina Thurner




