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Milos Rakic

Das Bewerbungsgespräch ist keine Bewerbung. Es ist eine Verhandlung.

Eine Beobachtung aus meiner Arbeit mit Bewerber:innen:

Die meisten Menschen kennen ihren Lebenslauf.

>> Aber sie kennen sich selbst nicht.


Das klingt im ersten Moment hart.

Doch genau dort beginnt häufig das eigentliche Problem.


Denn wer seine eigenen Stärken und Schwächen nicht kennt, wird früher oder später auch Schwierigkeiten haben, diese im Gespräch glaubwürdig zu vermitteln.


Die Frage, die viele nicht beantworten können

Stellen wir uns eine einfache Situation vor:


Ein Recruiter fragt:

"Was sind Ihre größten Stärken?"


Die Antwort kommt oft sofort:

  • Teamfähig

  • Pünktlich

  • Belastbar

  • Zuverlässig


Und genau dort beginnt das Problem.

>> Denn diese Antworten höre ich seit Jahren.


Sie sagen nichts über den Menschen aus.

Sie sind austauschbar.


Die spannendere Frage lautet:

"Woher wissen Sie das?"


Plötzlich wird es still.


Denn viele Menschen haben nie gelernt, ihre eigenen Fähigkeiten bewusst wahrzunehmen.


Die andere Seite der Medaille: Schwächen

Noch interessanter wird es bei der Frage nach den Schwächen.


Hier beobachten wir meist zwei Extreme.


Typ 1:

"Ich habe keine Schwächen."

Das glaubt niemand.


Auch der Recruiter nicht.


Typ 2:

Menschen erzählen ungefiltert von allem, was sie nicht können.

Auch das ist selten sinnvoll.


Die Wahrheit liegt wie so oft dazwischen.


Jeder Mensch hat Stärken.

Jeder Mensch hat Schwächen.


Die entscheidende Frage lautet:

Wie gehe ich damit um?


Warum ich den Begriff Bewerbungsgespräch nicht mag

Das Wort Bewerbungsgespräch suggeriert, dass nur eine Seite etwas möchte.

Doch genau das stimmt nicht.

In Wirklichkeit handelt es sich um eine Verhandlung.


Das Unternehmen hat ein Problem.

Die Stelle ist offen.

Arbeit bleibt liegen.

Kund:innen warten.

Projekte verzögern sich.

Der Bewerber hat ebenfalls ein Problem.


Er sucht Einkommen.

Sicherheit.

Entwicklung.

Oder eine neue berufliche Perspektive.


Zwei Parteien treffen aufeinander.

Beide prüfen, ob eine Zusammenarbeit sinnvoll ist.

Das ist keine Bewerbung.


Das ist eine Verhandlung.


Die eigene Stärke strategisch einsetzen

Wer seine Stärken kennt, kann diese gezielt mit den Anforderungen der Stelle verknüpfen.


Beispiel:

Ein Bewerber sagt:

"Ich bin kommunikativ."


Das ist nett.

Aber wenig überzeugend.


Stärker wäre:

"Während meiner Tätigkeit bei XY im Verkauf habe ich täglich mit unterschiedlichen Kundengruppen gearbeitet. Besonders bei Reklamationen konnte ich durch ruhige Kommunikation schwierige Situationen lösen."


Plötzlich entsteht konkretes ein Bild nicht nur zur Person, sondern auch ein Bezug zu den Handlungskompetenzen!

Die Stärke wird sichtbar.

Nicht behauptet.


Auch Schwächen können strategisch genutzt werden

Eine Schwäche muss nicht versteckt werden.

Sie sollte verstanden werden.


Beispielsweise:

"Ich neige dazu, Aufgaben sehr genau zu bearbeiten. Dadurch habe ich früher manchmal mehr Zeit benötigt als notwendig. Mittlerweile arbeite ich mit Prioritätenlisten und festen Zeitfenstern."


Die Schwäche bleibt bestehen.

Doch gleichzeitig wird deutlich:

Der Mensch reflektiert sein Verhalten.

Und arbeitet daran.

Genau das suchen viele Unternehmen.


Die größte Stärke: Selbstkenntnis

Menschen mit hoher emotionaler Intelligenz kennen nicht nur ihre Gefühle.

Sie kennen ihre Muster.


Sie wissen:

  • Was sie gut können.

  • Wo ihre Grenzen liegen.

  • Welche Situationen sie stressen.

  • Welche Fähigkeiten sie besonders stark machen.


Diese Menschen wirken im Gespräch häufig souveräner.

Nicht weil sie besser sind.

Sondern weil sie sich selbst besser verstehen.


Mein Fazit

Die meisten Bewerber:innen scheitern nicht an fehlenden Qualifikationen.

Sie scheitern daran, ihre Qualifikationen verständlich zu vermitteln.


Wer seine eigenen Stärken nicht benennen kann, wird Schwierigkeiten haben, andere davon zu überzeugen.


Wer seine Schwächen nicht kennt, wird von kritischen Fragen überrascht werden.

Deshalb beginnt eine erfolgreiche Verhandlung nicht mit dem Lebenslauf.

Sie beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme.

Wer bin ich?

Was kann ich?

Wo möchte ich hin?

Und welchen Nutzen kann ich meinem zukünftigen Arbeitgeber bieten?


Denn genau darum geht es letztlich:

Nicht darum, einen Job zu bekommen.

Sondern darum, die richtige Zusammenarbeit für beide Seiten zu finden.


Der Profiler und Space Coach® deines Vertrauens,

Milos Rakic.🌻


Profiler | Verhaltensanalyst | Supervisor| Psychologischer Berater | Coach

Nicht mit dem Problem beginnen.Mit dem Menschen dahinter.

 
 
Milos Rakic
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